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OEE-Formel: ein durchgerechnetes Fertigungsbeispiel

OEE = Verfügbarkeit × Leistung × Qualität. Sie misst den Anteil der geplanten Produktionszeit, der der Herstellung von Gutteilen mit idealer Anlagengeschwindigkeit entspricht – nicht die Auslastung der Beschäftigten.

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Zuerst die Anlagengrenze festlegen

Betrachten Sie eine Maschine oder eine klar abgegrenzte Linie, eine einheitliche Produktbasis und einen Zeitraum. Die Schichtzeit ist das erfasste Zeitfenster. Ausgeschlossene Zeit umfasst Zeiträume, in denen keine Produktion vorgesehen war; Stillstandszeit ist verlorene Zeit innerhalb der geplanten Produktionszeit. Dokumentieren Sie diese Abgrenzung vor einem Schichtvergleich. Ordnen Sie einen störenden Stillstand nicht nachträglich der ausgeschlossenen Zeit zu, nur um die Kennzahl zu verbessern.

Die Gesamtmenge umfasst Gutteile und Ausschuss. Gutteile erfüllen die festgelegten Qualitätskriterien; zählen Sie nachgearbeitete Teile nicht doppelt. Die ideale Geschwindigkeit ist die begründete ideale Anlagenleistung für das betreffende Produkt, nicht der Mittelwert einer langsamen Beobachtung.

Eine Schicht Schritt für Schritt berechnen

Fiktives Lehrbeispiel aus der Fertigung. Diese Zahlen sind keine Kundenergebnisse von ORDREL.

Fiktive Eingaben einer Verpackungslinie
EingabeWertBedeutung
Schichtzeit480 minEin Zeitfenster von acht Stunden
Ausgeschlossene Zeit30 minKeine Produktion geplant
Stillstandszeit45 minStillstände innerhalb der Planzeit
Ideale Geschwindigkeit2 Stück/minEntspricht 30 Sekunden/Stück
Gesamtmenge750 StückEinschließlich Ausschuss
Gutmenge720 StückAbgenommene Teile

Geplante Produktionszeit = 480 − 30 = 450 Minuten. Laufzeit = 450 − 45 = 405 Minuten.

  • Verfügbarkeit = 405 ÷ 450 = 90%.
  • Leistung = 750 ÷ (405 × 2) = 92,5926%.
  • Qualität = 720 ÷ 750 = 96%.
  • OEE = 0,9 × (750 ÷ 810) × 0,96 = 80%.

Direkte Gegenprüfung: Gutmenge ÷ ideale Menge in der Planzeit = 720 ÷ (450 × 2) = 80%. Rechnen Sie bis zur abschließenden Anzeige mit voller Genauigkeit. Die Multiplikation bereits gerundeter Prozentwerte kann leicht abweichen.

Aus dem Ergebnis eine Untersuchungsfrage ableiten

Bei idealer Geschwindigkeit entsprechen die Gutteile 720 ÷ 2 = 360 produktiven Äquivalentminuten. Die übrigen 90 Minuten verteilen sich auf 45 Minuten Stillstand, 30 Minuten Geschwindigkeitsverlust und 15 Äquivalentminuten Qualitätsverlust. Zusammen ergeben sie die 450 geplanten Minuten. Qualitätsverlustminuten sind ein Äquivalent bei idealer Geschwindigkeit, nicht die tatsächlich für Nacharbeit aufgewendete Zeit.

In diesem Beispiel spricht das dafür, zuerst die erfassten Stillstände zu untersuchen. Schweregrad, Randbedingungen und Rückgewinnbarkeit der Verluste bleiben jedoch wichtig. Ein hoher Wert belegt allein weder Kundennutzen noch ausreichende Kapazität, Rentabilität oder einen sicheren Prozess. Vergleichen Sie unterschiedliche Produkte oder Anlagen nicht anhand eines ungewichteten Mittelwerts von Prozentzahlen.

Das Beispiel in ORDREL nachvollziehen

Öffnen Sie den OEE-Rechner. Wählen Sie Einheiten/Stück und die ideale Ausbringung pro Minute. Geben Sie 480 Minuten Schichtzeit, 30 ausgeschlossene Minuten, 45 Minuten Stillstand, Geschwindigkeit 2, Gesamtmenge 750 und Gutmenge 720 ein. Erwartet werden 80% OEE und die oben gezeigten Faktoren. Die Berechnung am Bildschirm ist kostenlos; Speichern, Exporte und Berichte richten sich nach den bestehenden Tarifgrenzen.

Nutzen Sie dokumentierte Stillstandsgründe für eine Pareto-Untersuchung. Halten Sie beim Übergang zur Personalplanung Arbeitsminuten getrennt: Eine Anlagenrate ist keine Ausbringung pro Arbeitskraft.

Häufige Fragen und Fehler

  • Kann die Leistung über 100% liegen? Untersuchen Sie dann die Referenzgeschwindigkeit, Einheiten und Abgrenzung. ORDREL weist darauf hin, statt den Wert stillschweigend zu begrenzen.
  • Bedeutet keine Produktion immer 0% OEE? Bei geplanter Zeit ohne Ausbringung ist die OEE null; ohne geplante Produktion ist sie nicht definiert. Fehlende Daten dürfen nicht als gemessene Null eingegeben werden.
  • Bedeuten 80%, dass die Linie sofort 20% mehr produzieren kann? Nein. Verluste können mit betrieblichen Grenzen zusammenhängen oder Investitionen, Qualifizierung und Versuche zur Rückgewinnung erfordern.
  • Werden Pausen zweimal abgezogen? Nein. Legen Sie fest, wo jede Pause in Ihrer Zeitdefinition eingeordnet wird, und berücksichtigen Sie sie nur einmal.

Quellen und Methodenhinweise

Die Quellen stützen die Methodendefinitionen. Beispiele und Auslegungen sind ORDREL-Lehrmaterial, keine Empfehlung durch die genannten Organisationen.

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